Drei Schwestern

Schauspiel von Anton Tschechow, Deutsch von Thomas Brasch

„Nach Moskau! Nach Moskau! Nach Moskau!“ Ausgerechnet nach Moskau? – Anton Tschechows vielleicht berühmtestes Drama DREI SCHWESTERN steht als Synonym für nicht gelebtes Leben, für zerfallene Illusionen, für eine erstarrende Melancholie. Ein bisschen Lockdown-Feeling schwingt mit: lähmender Stillstand und die Unfähigkeit, sich zu einer grundlegenden Veränderung aufzuraffen. Dabei atmet das Stück mindestens ebenso viel Aufbruch, Leichtigkeit und Utopie: Die drei Schwestern Olga, Mascha und Irina sitzen nach dem Tod ihres Vaters zwar in der Provinz fest. Sie glauben aber an ein besseres Morgen, daran, dass sie eines Tages wieder zurück in die Hauptstadt mit all der Kultur und dem vermeintlich echten Leben kommen. In ihren Gesprächen scheint viel konkreter Idealismus auf: Man muss dem Leben Sinn verleihen, ist die Devise. „Entweder man weiß, wozu man lebt, oder alles ist Nichts“, sagt Mascha. „Arbeiten muss man, arbeiten.“ Sie haben viel Potenzial, doch die Verhältnisse bremsen die drei Schwestern immer wieder aus. Eine eintönige Ehe, fehlende Möglichkeiten in der Provinz, eine unmögliche Liebe, der Bruder, der den Karrieresprung nicht schafft, die Trauer um den Vater: Tschechow treibt die Figuren in immer neue innere Konflikte. Sie können fast nicht anders, als den Verlust der alten Zeit und den Zerfall der Illusionen zu beklagen. Aber was bleibt wirklich übrig? Frustration und erneuter Stillstand oder die Hoffnung als lebensnotwendiger Motor? „Lasst uns leben!“, sagt Olga, und Irina: „Ich werde arbeiten, ich werde arbeiten …“

Diese Produktion wird großzügig unterstützt vom Freundeskreis Theater Lüneburg e. V.

Einführung 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn.

Hier hören Sie die digitale Einführung von Schauspieldramaturgin Hilke Bultmann:

Hier sehen Sie den Trailer zur Produktion:

Pressestimmen:

„Daniel Kunze inszeniert am Theater Lüneburg mit großem Team Tschechows ‚Drei Schwestern‘. Bildstärker nicht darstellbar sind Leerlauf und Lethargie, an der sie alle lahmen in Tschechows ‚Drei Schwestern‘ […] – in Daniel Kunzes extrem vitaler Inszenierung des Dramas im Theater Lüneburg. Sinnbildlich hat Bühnen-/Kostümbildnerin Sophie Leypold Stühle beziehungslos in den tiefen Raum gestellt, und ebenso sinnbildlich zwischen Schein und Sein kleidet sie die gutbürgerliche Gesellschaft an. Die Uhr tickt, doch die Zeit bleibt stehen. […] Daniel Kunze führt sie mit all ihrem Ernst und mitunter skurrilem Witz vor. Dafür schöpft der Regisseur aus einer Fülle von Ideen und Theatermitteln. Er baut mit Vasko Damjanovs Unterstützung Sounds und Songs ein. Er inszeniert choreographierte Szenen, wildes Durcheinanderreden, direkte Publikumsansprache, eingefrorene Bilder, das Sichtbarmachen der Theatermittel, effektvolle Pausen, und er baut einen „Chor der Zukunft“ ein, dargestellt von Senioren. […] All das und noch mehr ist sehr, sehr virtuos und effektsicher in Szene gesetzt – mit einem super aufgelegten Team, in dem jede, jeder ein knackiges Solo bekommt. Olga, die sich widerwillig als Lehrerin durchschlägt: Beate Weidenhammer kann in der Rolle Überspanntheit ausspielen. Mascha, die Lebenshungrige, die ihren Mann betrügt, wird von Elisa Reining bei ihrem starken Lüneburg- Debüt mit Naivität und Temperament ausgebildet. Die dritte Schwester ist Irina, die sich wegträumen will; sie bekommt was Verrüschtes – und vehemente emotionale Ausbrüche durch Berna Celebi. […] Alles, was an diesem unterhaltsamen, aber nicht einfach wegzupackenden Abend transportiert wird, beruht auf einem 120 Jahre alten Stück und ist doch sehr gegenwärtig. Die Premiere stößt auf starken Beifall.“ (Landeszeitung vom 26.09.22. Die gesamte Kritik lesen Sie HIER.)

 

 

Premiere:
23.09.2022 20:00 Uhr
Spielstätte:
Großes Haus
Inszenierung:
Daniel Kunze
Bühnen- und Kostümbild:
Sophie Leypold
Musikalische Arrangements:
Vasko Damjanov
Dauer: ca. 2 Stunden und 40 Minuten, eine Pause
Termine
10.12.2022 20:00 Uhr
11.12.2022 18:00 Uhr
Besetzung
Inszenierung:
Bühnen- und Kostümbild:
Musikalische Arrangements:
Andrej Sergejewitsch Prosporow:
Natalja Iwanowna, seine Braut, dann seine Frau:
Kulygin, Gymnasiallehrer, Maschas Mann:
Werschinin, Kommandeur der Artilleriegarnison:
Soljony, Hauptmann:
Tusenbach, Baron, Leutnant:
Tschebutykin, Militärarzt:
Der Chor der Zukunft:
Bettina Andersen, Wolfgang Beeck, Marion De la Camp, Jörg Ehlert, Konstanze Freygang, Rainer Henne, Bettina Motschmann, Barbara-Marie Mundt, Edda Suckau, Ralph Tegeler, Monika Weise
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