
Johanna
Schillers „Jungfrau von Orleans“ zeigt eine Frau, die durch starken Glauben und militärische Führung zur Hoffnungsträgerin wird. Dieser Stoff ist zu einem Mythos geworden. Aber was sagt er uns heute? Umgehend mit Fragmenten aus Schillers Text, ist unsere Johanna keine Heilige und keine Märtyrerin. Sie ist eine Stellvertreterin der jungen Generation, die mit den bekannten globalen Problemen samt einer drohenden Wehrpflicht konfrontiert ist. Sie ist dreifach, widersprüchlich, laut und unentschlossen.
Unsere Johanna befragt das ganze Spannungsfeld des Pazifismus 2026 inmitten diktatorischer Bedrohungen und erstarkenden Pflichtgefühl: Was heißt zivile Verantwortung heute, wenn Kriege wieder normalisiert werden und Diktaturen zurückkehren? Wie stehen wir außerdem zur EU, zur Verteidigung demokratischer Werte? Wie um Himmels Willen soll man als junger Mensch eine „richtige“ Einstellung finden? Oder hat man sowieso das Gefühl, dass man keine finden muss, weil über einen hinweg entschieden wird? In unserer Stückentwicklung stellen wir uns diesen widersprüchlichen Themen mittels kleiner Gedankenexperimente, spielerischer Situationen und Fragen an unser Publikum.
Premiere
Freitag, 04.12.2027 um 20 Uhr
Altersempfehlung
Ab 14 Jahre