Lulu Mimeuse - 40 Jahre im Showgeschäft
Liederabend von und mit Philip Richert
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Pippi Langstrumpf
Familienstück nach dem Kinderbuch von Astrid Lindgren / Ab 6 Jahre
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Bonnie & Clyde
Musical von Frank Wildhorn
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Wir sind die Neuen
Komödie nach dem Film von Ralf Westhoff
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Geheim
Schauspiel von Theo Fransz / Ab 10 Jahre
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Viel gut essen
Text für einen oder viele von Sibylle Berg
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Die Nibelungen
Schauspiel von Friedrich Hebbel
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La Bohème
Oper von Giacomo Puccini
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Sechs Tanzstunden in sechs Wochen
Schauspiel von Richard Alfieri
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Liftstopp (DE)
Schauspiel von Elfriede Hammerl
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Wiener Blut
Operette von Johann Strauss (Sohn)
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Schneewittchen und die sieben Zwerge
Familienballett von Olaf Schmidt nach dem Märchen der Brüder Grimm / Ab 5 Jahre
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Rico, Oskar und die Tieferschatten
Schauspiel nach dem Roman von Andreas Steinhöfel / Ab 9 Jahre
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Vorwort 2018/19

vMa: Vielen erscheinen die Zeiten, in denen wir leben, „verrückt“. Mindestens geraten alte Gewissheiten ins Wanken und es macht sich eine gewisse Verunsicherung breit. Ergibt sich daraus eine besondere Aufgabe des Theaters? Beeinflusst dieser Zustand der Verunsicherung unsere Arbeit?

„Theater erzählt seit jeher von Gesellschaften in Unruhezuständen“, sagt Hilke Bultmann. „Angefangen von der Antike bis zu den heutigen Dramatikern: Der Mensch sieht sich häufig in eine desolate Welt gestellt. Das Theater handelt vom Menschen und von den Welten, die er sich schafft. Gerade deshalb ist das Theater der richtige Ort, um sich den Ängsten und Verunsicherungen unserer Tage zu stellen.“ Sabine Bahnsen sieht in Prantls Sätzen ein hervorragendes Motto für das Theater: „Wenn wir uns nicht mit den scheinbar völlig verrückten Hoffnungen beschäftigen, wer dann? Das Theater kann sich mit der Realität auseinandersetzen und darf dabei träumen.“ Und Hilke Bultmann ergänzt: „Eben weil das Theater ein Ort der Vielfalt, der Meinungsfreudigkeit und der Begegnung ist.“

Hajo Fouquet ist ein weiterer Aspekt wichtig: „Theater ist nie ein ‚Wissen’, sondern stets ein ‚Versuch’. Das ist ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit! Die Fragen unserer Zeit beunruhigen mich persönlich nicht, aber sie befördern die Auseinandersetzung mit der Lebenswirklichkeit, die sich in guten Theaterabenden spiegelt.“ Olaf Schmidt geht noch weiter: „Ehrlich gesagt ärgert mich, dass die se Verunsicherung von den Medien so geschürt wird. Das Theater weiß, dass die Welt schon immer ‚verrückt’ war. Theater kann aber dabei helfen, durch sinnliches Erfahren Toleranz und Akzeptanz zu stärken.“ „Unsere Arbeit wird in dieser ‚verrückten’ Welt nicht leichter, sondern immer vielschichtiger“,meint Thomas Dorsch und fügt hinzu: „Das nächste Jahr wird für uns ein Jahr der großen Herausforderungen.“

vMa: Im Theater steckt neben der Betrachtung dessen, was ist, immer auch ein Stück Utopie, eine Frage nach dem: Wie könnte es sein? Finden sich solche Hoffnungen in euren Spielplänen der kommenden Spielzeit?

„Im ROSENKAVALIER“, sagt Hajo Fouquet, „versuchen Strauss und Hofmannsthal, ihrer Zeit einen sowohl utopischen wie historischen Zeitentwurf entgegenzusetzen. Die Welt ist nie so, wie wir sie uns wünschen. Sie unterliegt stets den Konventionen.“ Sabine Bahnsen sucht genau diese Verbindung von Wirklichkeit und Utopie: „Das Theater selbst ist ja so eine verrückte Hoffnung – jedes Stück enthält eine Hoffnung, ein kleines Fitzelchen Utopie, etwa den Verzicht auf Macht und Besserwisserei zugunsten von Menschlichkeit und Freundschaft in EIN KÖNIG ZU VIEL –überall treffen wir auf Hoffnungen und Verrücktheiten, die uns davor bewahren können, an einer schwierigen Gegenwart irr zu werden.“ Und Hilke Bultmann fügt an: „Bei Elisabeth aus Horváths GLAUBE LIEBE HOFFNUNG leuchtet so ein Moment auf: Trotz der Unsicherheit um sie herum und trotzdem ihr übel mitgespielt wird, hält sie an der Menschlichkeit fest und will an das Gute glauben. Das hat viel Würde.“ Olaf Schmidt denkt im gleichen Zusammenhang vor allem an DER KLEINE PRINZ. „Es geht um das Wichtige, das zunächst nicht sichtbar ist, um Glauben und Vertrauen in die eigentlichen Werte des Lebens und dass es Mut und Ausdauer braucht, diese zu erkennen und zu schätzen.“ Mit DER KLEINE PRINZ geht für Thomas Dorsch ein Traum in Erfüllung, denn der Stoff prägt seine kompositorische Arbeit schon seit Jahren. Nun wird er zu Olaf Schmidts Tanzabend die Musik komponieren.

vMa: Eine ganze Reihe besonderer Projekte ergänzen unseren Spielplan im kommenden Jahr. Inwieweit sind diese Projekte eine sinnvolle Ergänzung des Spielplans? Und gibt es für den Intendanten ein persönliches Highlight in der nächsten Spielzeit?

Natürlich hat Hajo Fouquet das Theater als Ganzes im Blick: „Mein Highlight, das sind die Menschen, mit denen zusammen wir hier Theater machen dürfen! Durch sie, ihre Kreativität und ihren intensiven Einsatz sind all die besonderen Momente und Produktionen überhaupt erst möglich! Und dass wir aktuell zur Teilnahme an wichtigen Förderprogrammen und überregionalen zusammenarbeiten eingeladen werden, bestätigt und belohnt unsere Arbeit in besonderem Maße.“