Drei Schwestern
Schauspiel von Anton Tschechow
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Der Troubadour
Oper von Giuseppe Verdi
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Cinderella
Familienballett von Olaf Schmidt / Ab 5 Jahre
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Mit der Faust in die Welt schlagen
Schauspiel nach dem Roman von Lukas Rietzschel / Ab 15 Jahre | Wiederaufnahme am 30.08.
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Der Sturm
Musiktheater nach William Shakespeare, Fassung von Philip Richert und Gregor Müller, Musik von Philip Richert und Benjamin Albrecht, Arrangements von Thomas Dorsch
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Green Light (UA)
Tanzabend mit Choreographien von Tiago Manquinho und Olaf Schmidt | Wiederaufnahme am 08.10.
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Wenn die Nacht am tiefsten
Ein Abend mit Songs von Rio Reiser | Wiederaufnahme am 02.10.
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Loriot
Dramatische Werke / Gastspiel | Wiederaufnahme am 12.11.
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Die Drei von der Tankstelle
Film-Operette von Werner Richard Heymann und Robert Gilbert | Wiederaufnahme am 13.01.23
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Caravaggio (UA)
Tanzstück von Olaf Schmidt | Wiederaufnahme am 02.06.23
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Sehr verehrtes Publikum, liebe Theaterfreund:innen!

Wir wollen uns freuen:
auf eine neue Spielzeit mit einem vielfältigen Programm.
Wo, wenn nicht jetzt?
Wo: in Lüneburg, für die Stadt und Region.

Jetzt: in der Gegenwart, in unserem Heute
– jetzt erst recht!

Denn unser Motto „Wo, wenn nicht jetzt?“ ist auch die Reaktion auf unsere eigene Verunsicherung: Theater in diesen Zeiten? Die Antwort fällt für uns alle eindeutig aus: Ja, wir sind überzeugt davon, dass Theater wichtig ist. Warum wir das sind und worauf Sie sich in der Spielzeit 2022/23 besonders freuen können, beschreiben die Leiter:innen unserer Sparten wie folgt:

 

DISKURS UND UNTERHALTUNG
Hajo Fouquet, Intendant
Keiner hat ahnen können, wie lang uns Corona begleiten und in unserer Arbeit einschränken wird. Niemand kann Anfang April 2022 vorhersagen, wie der Krieg in der Ukraine unser Leben, Denken und Fühlen beschäftigen wird. Umso mehr braucht es die Auseinandersetzung im Theater. Wie stets bieten wir keine Lösungen an, aber der notwendige Diskurs wird bei uns geführt. Dazu gehört der Versuch, das bisher Unvorstellbare zu begreifen. Utopien zu entwerfen, um mögliche Antworten für die Vergangenheit, aber auch für die Zukunft durchzuspielen. Dies und die Möglichkeit, einen Abend komplett abzuschalten, sich von uns unterhalten zu lassen und befreit und zufrieden das Theater zu verlassen, sind die so unterschiedlichen, aber zwingenden Gründe, warum Theater gerade jetzt und heute so immens wichtig ist.
Mit dem TROUBADOUR setzen wir die Reihe unserer Verdi-Inszenierungen fort, und mit LULU von Alban Berg wagen wir uns an eines der bedeutendsten Werke des beginnenden 20. Jahrhunderts. Wir wollen befragen, ob es in dieser Oper um die Sicht auf Lulu als Objekt der Fantasie der Männer geht, oder aber um eine Frau, die ihr Leben selbst bestimmt.

 

KULTUR VEREINT
Ballettdirektor Olaf Schmidt
Die internationalste aller Sparten beweist mit Hilfe der universellen Sprache des Tanzes ganz besonders das Vereinende von Kultur und Theater und wird neben GREEN LIGHT – endlich wieder zusammen mit dem Orchester – Dostojewskis DER IDIOT als zeitgenössisches Tanzstück u. a. zur Musik von Tschaikowski und Rachmaninow zur Uraufführung bringen und die Wichtigkeit des kulturellen Erbes Russlands in Europa unterstreichen. Ja: auch jetzt, denn Kultur vereint. So wie Michelangelo Caravaggio es Ende des 16. Jahrhunderts verstand, trotz widrigster Lebensumstände seine künstlerische Freiheit zu nutzen und noch heute mit seinen Bildern zu begeistern, ist es auch jetzt, in dieser von vielen Ängsten bestimmten Zeit wichtig, die Möglichkeiten des Theaters einzusetzen, um mit unserem Publikum wieder intensiv in den Diskurs zu treten und Denkanstöße   anzubieten und mit Neugier und Spannung aufeinander zuzugehen.

ALTE STOFFE FÜRS HEUTE
Friedrich von Mansberg, Chefdramaturg und Stellvertreter des Intendanten
Ich finde es besonders spannend, alte Stoffe immer wieder neu auf ihre Gültigkeit hin zu befragen. Was erzählen uns die Geschichten, die wir uns schon seit Jahrhunderten, vielleicht seit Jahrtausenden erzählen? Das Theater ist der ideale Ort dafür! Dazu passt die Rockoper JESUS CHRIST SUPERSTAR. Eine der größten Geschichten unserer westlichen Kultur, gespiegelt durch die Musik der Hippiezeit der frühen 70er Jahre, voller bohrender Fragen über uns Menschen und unseren Umgang miteinander – und dazu noch richtig gute Unterhaltung. Das gilt auch in ähnlicher Weise für das junge Musical der kommenden Spielzeit. Mit Wedekinds FRÜHLINGS ERWACHEN wird ein Stoff, der über 120 Jahre alt ist, ins Heute geholt und von jungen Menschen neu befragt.

SPIELEN HILFT!
Sabine Bahnsen, Leiterin der Jungen Bühne T.3
Wichtig ist, dass wir spielen – besonders auch für Kinder. So wie es natürlich wichtig ist, dass Kinder (miteinander) spielen. Denn: Das Spiel lässt uns manchmal die Sorgen, Fragen und Ängste vergessen. Viel mehr noch: Das Spiel hilft uns, Sorgen, Ängste und Fragen besser zu verstehen und zu verarbeiten. Das gilt nicht nur für Kinder, aber für sie ganz besonders. Die Uraufführung WIE ICH ÜBER MEINEN SCHATTEN STOLPERTE UND IMMER IMMER WIEDER AUFSTAND zeigt das exemplarisch. Hier werden Fragen des Alleinseins und der Konfrontation mit sich selbst im Spiel erfahrbar und „leicht“ gemacht. Und auch in DIE ZERTRENNLICHEN, einer interkulturellen „Liebesgeschichte“, ist das Spielen ein wesentliches Element, nämlich das gemeinsame Spiel: Im Spiel lernen die beiden Protagonist:innen sich kennen und ihre Vorurteile gegeneinander überwinden.
Weil Spielen also verbindet und tröstet, weil es auch ohne Worte funktionieren kann und hilft, uns und die Welt ein bisschen besser zu verstehen – deshalb ist Theater wichtig. Immer.

AUS DER STILLE IN DIE MUSIK
Thomas Dorsch, Generalmusikdirektor
In Zeiten, in denen auf der eigenen Position verharrt wird, sich oft ‚Fronten‘ bilden und das eigene Urteil vielleicht zu schnell in den Kategorien ‚richtig‘ oder ‚falsch‘ gefällt wird, glauben wir, dass einander zuhören wichtiger denn je ist: Wo, wenn nicht jetzt?! In der Reihe der Sinfoniekonzerte greifen wir Themen unserer realen Wirklichkeit auf. Besonders nach der langen Zeit der Stille freuen wir uns wieder auf echte und lebendige Konzerterlebnisse, die es nur mit Ihnen geben kann. Der eingeschlagene Weg als Orchester der Stadt und Region wurde nun zum zweiten Mal durch die Förderung der Initiative Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland gewürdigt. Wir freuen uns auf interessante Projekte und Kooperationen u.a. mit dem Mosaique, dem KM550 in Bleckede, dem Forum Dirigieren des Deutschen Musikrates, dem One World in Reinstorf sowie der langen Partnerschaft mit der Leuphana Universität Lüneburg.

HALTUNG UND GUTE GESCHICHTEN
Hilke Bultmann, Leitende Schauspieldramaturgin
Diskurs und Unterhaltung – genau diese Kombination bietet jedes einzelne der Stücke im Schauspiel der neuen Spielzeit. Die Figuren in den Stücken ringen darum, Haltung zu zeigen wie in Sartres DIE SCHMUTZIGEN HÄNDE. Oder aber sie müssten dringend mal Haltung zeigen und vermögen es nicht so recht. DREI SCHWESTERN von Anton Tschechow und Ibsens HEDDA GABLER führen dieses „Es gibt kein richtiges Leben im Falschen“ auf je unterschiedliche Art und Weise aus. Ihre eigene Identität wiederum hinterfragt ein junges Paar in dem dramatischen Epos VÖGEL, und wird dabei von einem welthistorischen Konflikt überrannt, bevor es eine Haltung entwickeln kann. Wieder einmal gewichtige Themen im Schauspiel, genug Anlässe für einen Austausch mit Ihnen. Doch all diese Stücke haben einen hohen Unterhaltungswert – allein schon dadurch, dass sie schlicht und ergreifend gute Geschichten erzählen.

Intendant Hajo Fouquet schließt seinen Ausblick auf die Spielzeit mit einer Einladung ab, die zugleich auch eine Aufforderung ist:
Ihr Theater Lüneburg ist der unverzichtbare Ort, um alles was Sie bewegt, lebendig zu machen und zu genießen. Stehen Sie zu uns, so wie wir für Sie da sind.

Ihr
Hajo Fouquet