Carmen

Oper von Georges Bizet, Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halévy, nach der gleichnamigen Novelle von Prosper Mérimée

Eine der Opern schlechthin, ein Kassenschlager, eines der meistgespielten Stücke im Musiktheater überhaupt — und bei der Uraufführung 1875 ein Skandal. Drei Monate vor dem Tod des Komponisten Georges Bizet bedeutete die Vertonung von Prosper Mérimées Novelle einen Tabubruch.

Mit Carmen brachten Mérimée und später dann Bizet einen neuen Frauentyp in die zivilisierte Metropole Paris. Als Zigeunerin war sie mit ihrer wilden exotischen Schönheit das ideale Lustobjekt. Zugleich reklamierte sie für sich aber auch Freiheit und Selbstbestimmung, die im 19. Jahrhundert Männern vorbehalten war. So wurde sie Sehnsuchtsobjekt und Gegenstand von Hass und Verurteilung zugleich. Carmen bietet den Männern alles, höchste Lust, die Erfüllung aller erotischen Phantasien, und fordert gleichzeitig etwas, was die Männer, im besonderen Don José, zu geben nicht bereit sind: Sie verlangt, mit Liebe und Beziehung liberal umzugehen, sie verlangt, letztlich, die Gleichberechtigung. Heute, 140 Jahre nach ihrer Entstehung, ist CARMEN vielleicht keinen Skandal mehr wert, die Oper gehört mit ihrer wunderschönen und hochemotionalen Musik sowie der dramatischen und menschliche Abgründe offenbarenden Geschichte aber nach wie vor zum Besten, was das Musiktheater zu bieten hat.

Gesungen in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln.

Einführung 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn.

Presse

„Mit brausender Musik, einigen überraschenden Ideen, einem riesigen Team und einem Enge und Auswege zeigenden Bühnenbild. Das Publikum stimmt diesem so opulenten wie klug ausbalancierten Abend mit viel Begeisterung zu. (…) Regina Pätzer transportiert die sensible Seite dieser Frau mit, und auf die auftrumpfenden Momente kehren schnell die lyrischen zurück, kommende Tragik vorwegnehmend. Ein starkes Rollendebüt, das Regina Pätzer hinlegt. (…) „Heiberg singt in ihrer eigenen Liga, in der Größe der Stimme kommen Schmerz, Charakter und Sehnsucht zum Ausdruck. (…) Hajo Fouquet inszeniert aus der Musik heraus. Er formt durchdachte Charaktere, legt ihre bewussten und unbewussten Motive frei, zeichnet die innere zwangsläufige Logik des Geschehens plausibel nach. (…) Fouquet ist kein Bilderstürmer, seine Inszenierungen bauen Brücken vom Ursprung ins Heute, sie streichen das Überkommene, unterstreichen das Gültige. (…) Das eindrucksvolle Bild beherrschen fast bühnenhohe, verschiebbare Elemente, rot wie Rost oder wie die verbrannte Erde Südspaniens – oder anders. (…) Die groß besetzten Symphoniker fegen zu Beginn förmlich die Klischees aus der Musik. Sie sind im Folgenden fein mit den Solisten abgestimmt und mit den prächtigen Chören, die Philip Barczewski einstudierte, und mit dem so großen wie großartigen Kinderchor aus Anna Schwemmers Klassen.“ (Landeszeitung, 05.03.2018, gesamt Kritik hier)

„George Bizets „Carmen” startete jetzt mit einer rauschenden Premiere im Theater Lüneburg. (…) Regina Pätzer war die Idealbesetzung Fouquets. (…) Und sie ist dieser Hauptrolle in vollem Umfang stimmlich wie mimisch gewachsen. Ein großes Dankeschön gilt Karl Schneider. Er hatte einen ganz großen Tag. Der Tenor verdeutlichte die innere Zerrissenheit eines Menschen, der im Bannkreis von Pflicht, tiefer Liebe und einem alle vernünftigen Gedanken beiseite schiebenden Liebeskummer zum Mörder wird. (…) Auf Ulrich Kratz ist wie immer Verlass. Souverän meistert er die Rolle des Toreros. (…) Das Solistenteam (…) riss die Dynamik, die diese Inszenierung im Verlauf der drei Stunden mit all ihren Liebes-, Pflicht- und Eifersuchtsszenen offenbarte, mit. Ihre Leistungen waren spitze . (…) Hajo Fouquet band in diesem Rausch der Emotionen einige interessante, ja auflockernde Regieeinfälle ein. So sorgte Jakob Neubauer mit seinem Bandoneon für unvergessliche Momente. (…) Witz, Lachen und jede Menge klagender Herzschmerz, den dieses Instrument auszudrücken vermag, sorgten so für Ergriffenheit und Staunen im Publikum, das nach dem letzten Vorhang das Ensemble mit großem Beifall feierte. Fazit: Diese Inszenierung muss der Opernliebhaber gesehen haben!” (Winsener Anzeiger, 13.03.2018)

Den Trailer zur Produktion sehen Sie hier:

Premiere:
03.03.2018 20:00 Uhr
Spielstätte:
Großes Haus
Musikalische Leitung
Thomas Dorsch
Inszenierung
Hajo Fouquet
Bühnen- und Kostümbild
Stefan Rieckhoff
Choreographie
Olaf Schmidt
Dauer: ca. 3 Stunden, inkl. Pause
Termine
Besetzung
Musikalische Leitung
Inszenierung
Bühnen- und Kostümbild
Choreographie
Fechtchoreograph
Don José, Sergeant
Escamillo, Stierfechter
Remendado, Schmuggler
Dancairo, Schmuggler / Moralès, Sergeant
Zuniga, Leutnant
Carmen, ein Zigeunermädchen
Regina Pätzer
Julia Mintzer (06.05.)
Micaela, ein Bauernmädchen
Frasquita, Zigeunermädchen
Mercédès, Zigeunermädchen
Gabriella Guilfoil a. G.
Eva Schneidereit (22.04. / 06.05.)
Bandoneon-Spieler
Jakob Neubauer
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