Fettes Schwein

Schauspiel von Neil LaBute


Fette sind so sexy!

Klingt gut, ist aber nicht so. In einer gestylten Gesellschaft der Waschbrettbäuche, Burn-Out-Gezeichneten, Magersucht-Gefährdeten, hinter den Fassaden der schicken Büroetagen haben die Dicken verspielt. Im Menschen-Zoo draußen dürfen sie noch posieren als abschreckende Beispiele, das war’s dann aber auch. Denn – kann man solch ein fettes Schwein lieben? Nun mal ernsthaft! Und sich mit ihm in der Öffentlichkeit zeigen? Was sagten denn da die anderen dazu?

Ja, was sagen die? Und was sagt man selbst zu dem, was die anderen sagen?

Da genau liegt das Problem für Tom, der zufällig die fette Helen trifft, überwältigt ist von ihrer Direktheit, ihrem Witz und Charme und sich in sie verliebt. Von seinen Arbeitskollegen hält er sie fern. Doch das Liebesglück wird ihm schwer auf die Dauer, da er es nur für sich behalten und nicht mit anderen teilen kann – ohne sich von seiner Bürogemeinschaft auszugrenzen. Und er will so gerne dazugehören. Ist beides möglich?

Die Antworten sind zum Brüllen komisch und zum Weinen traurig – in diesem zeitgenössischen Stück. Und im Alltag nach dem Theaterbesuch leider auch.