„Chess“: Highlight der Spielzeit feierte Premiere im Theater
Probenfoto: t w ABBA lässt grüßen! Benny Andersson und Björn Ulvaeus, die beiden männlichen Stars der legendären schwedischen Pop-Gruppe, schrieben gemeinsam mit Tim Rice vor 23 Jahren das Musical „Chess“ und programmierten damit ein ganz besonderes Highlight für die aktuelle Spielzeit des Lüneburger Theaters vor. Das Publikum war von der Premiere am Samstag überwältigt und zeigte seine Begeisterung über die perfekte Inszenierung von Philipp Kochheim unter der musikalischen Leitung von Urs-Michael Theus mit reichlich Szenenapplaus und lautstarken Ovationen am Ende der Vorstellung – ganz besonders für den „Schiedsrichter“-Darsteller Alvin Le-Bass, der sich als charismatisches Allroundtalent in die Herzen von Jung und Alt katapultierte. Bei diesem mitreißenden Musiktheaterstück geht es vordergründig um die Schachweltmeisterschaft zwischen dem exzentrischen Amerikaner „Frederick Trumper“ alias Henrik Wagner und seinem russischen Kontrahenten „Anatoly Sergievsky“ alias Gerd Achilles. Aber die sportliche Herausforderung gerät angesichts der seinerzeit alltäglichen politischen Kontroversen zwischen den „guten USA“ und der „bösen UdSSR“ schnell in den Hintergrund. Die Geschichte entwickelt sich zum erbitterten symbolischen Krieg zwischen den verfeindeten Supermächten und vor dieser Kulisse immer stärker auch zum Konflikt menschlicher Gefühle: Zunächst kämpfen die beiden Kontrahenten um die in Ungarn geborene „Florence Vassy“ alias Elisabeth Sikora, dann wird deren aufkeimende Liebe zu „Anatoly“ durch das unerwartete Erscheinen von dessen Ehefrau „Svetlana Sergievskaja“ alias Anne Hoth attackiert. Am Ende geht es um die Entscheidung zwischen sportlichem Sieg und menschlichem Nachgeben; dabei versuchen die beiden als Spieler-Betreuer getarnten Geheimdienstler, „Alexander Molokov“ alias Harro Korn und „Walter de Courcey“ alias Friedrich von Mansberg, jeweils „ihren“ Mann im Interesse des russischen KGB beziehungsweise des amerikanischen CIA zu beeinflussen. Zum Happy End reicht es nicht. Aber der am Schluss von den Hauptakteuren gemeinsam gesungene weltbekannte melancholische Song dringt tief in die Herzen des Publikums ... Vorstellungen am 12., 18. und 26. Dezember; 10., 16. und 31. Januar; 5., 7., 9., 21. und 27. Februar; 13. und 19. März; 10. April; 5., 11., 14., 19. und 27. Mai. Karten: T.: (04131) 4 21 00. Auf jeden Fall „Chess“-Karten besorgen, hingehen und ansehen!
(Lünepost vom 9. 12. 2009)